Sie sind hier:  Aktuelles und Presse  |  Amtsblatt

Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 9. Jahrgang · Ausgabe 7/2012 · 27. Juni 2012 

Nichtamtlicher Teil

Grundsteinlegung am Fraunhofer-IKTS – Institutsteil Hermsdorf

Neubau von Labor-, Büro- und Technologieflächen

Von links nach rechts: Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr Frau Inge Klaan, Bürgermeister von Hermsdorf Gerd Pillau, Landrat Andreas Heller, Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Prof. Dr. med. Thomas Deufel, ein Mitarbeiter der Fa. HIG Hochund Ingenieurbau GmbH aus Gera, Institutsleiter des Fraunhofer IKTS Prof. Dr. habil. Alexander Michaelis, Vorstandsmitglied der Fraunhofer Gesellschaft Prof. Univ. Stellenbosch Dr. Alfred Gossner, Geschäftsführer des Architekturbüros Gewers & Pudewill aus Berlin Dipl.-Ing. Henry Pudewill

Die Thüringer Landesregierung und der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft haben im Mai 2009 die Entscheidung zur Integration des ehemaligen Hermsdorfer Instituts für Technische Keramik e.V. als neuer Institutsteil in das bestehende Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS am Standort Dresden getroffen, mit dem Ziel, damit die Aktivitäten beider Einrichtungen zu einem national und international führenden industrienahen Forschungszentrum auf dem Gebiet der technischen Keramik zu bündeln.

Bestandteil des Integrationskonzeptes ist die Errichtung eines Neubaus von Labor-, Büro- und Technologieflächen mit einer Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 18 Mio EUR unmittelbar auf dem Nachbargrundstück des Fraunhofer-IKTS am Standort Hermsdorf. 75% der Investitionssumme sind EU-Mittel aus dem „Operationellen Programm Thüringen 2007–2013“. Die restlichen 25% werden zu jeweils gleichen Anteilen vom Freistaat Thüringen und vom Bundesamt für Bildung und Forschung bereitgestellt.

Durch dieses Bauvorhaben entsteht in drei Geschossen ein neues Forschungsgebäude mit einer bebauten Fläche von 5.340 Quadratmetern und einer Hauptnutzfläche von 2.775 Quadratmetern für Labore, Büros und Technologieflächen für drei strategische Forschungsschwerpunkte:

  • neue Werkstoffe für die Reaktionsund Umweltverfahrenstechnik
  • neue oxidund optokeramische Werkstoffe und Komponenten
  • Oberflächentechnik für Faserverbundwerkstoffe.

Diese Forschungsschwerpunkte beinhalten einen wesentlichen Bezug auf die GreenTech-Strategie des Landes Thüringen. Sie leisten ihren Beitrag u.a. auf den Leitmärkten „Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung“, „Rohstoffund Materialeffizienz“ sowie „Kreislaufwirtschaft“ und „nachhaltige Wasserwirtschaft“.

Das Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme IKTS deckt das Feld der Technischen Keramik von der grundlagenorientierten Vorlaufforschung bis zur angewandten Forschung in großer Applikationsbreite ab.

Ausgehend von einem soliden Materialund Werkstoffwissen über keramische Hochleistungswerkstoffe erstrecken sich die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten über die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zu Prototypenfertigung. Das Fraunhofer-IKTS zeichnet sich damit durch eine dreifache Kompetenz aus: Werkstoff-Know-How, Fertigungstechnologien und System- bzw. Produktintegration.

Dabei ist das Fraunhofer IKTS gleichermaßen auf die beiden Technologieschwerpunkte Struktur- und Funktionskeramik ausgerichtet. Chemiker, Physiker und Werkstoffwissenschaftler, Ingenieure und Techniker arbeiten hierzu interdisziplinär und zunehmend standortübergreifend zusammen.

Mit den Neubauflächen wird ein sich seit einigen Jahren am IKTS in Hermsdorf angestauter flächenmäßiger Engpass beseitigt. Über 6 Mio EUR der Gesamtinvestitionssumme werden in wissenschaftliche Geräte und Ausrüstungen investiert, die auf den neuen Flächen zum Einsatz kommen werden. Damit einher geht nach geplanter Fertigstellung Ende 2013 auch eine personelle Erweiterung. Bis 2015 soll die Mitarbeiterzahl von 130 auf etwa 150 steigen. Vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs, beispielsweise Doktoranden und Praktikanten, soll mit den neuen Arbeitsmöglichkeiten stärker gefördert werden. Über diese positive Entwicklung zeigt sich Landrat Andreas Heller besonders erfreut, da somit Fachkräfte in der Region verbleiben werden. „Ich freue mich, dass Hermsdorf als traditioneller Standort von technischer Keramik und Forschung mit dieser Erweiterung von Forschungskapazität spürbar aufgewertet wird. Auch die hier ansässigen Firmen in der Region werden von der Arbeit dieses Institutes profitieren können“, so der Landrat.

Der Erweiterungsbau ist ein wichtiges und vor allem innovatives Vorhaben. Darüber sind sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Landrat Andreas Heller, der Fraunhofer-IKTS-Institutsleiter Alexander Michaelis und der Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft Alfred Gossner einig. Forschung, innovative Entwicklung und zugleich praxisnahe Anwendungen, die zu serienreifen Produkten führen, stellen das Fraunhofer-Institut in den Blickpunkt.