Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 8. Jahrgang · Ausgabe 6/2011 · 29. Juni 2011
Nichtamtlicher Teil
Harald Schramm – Freude an der Bewegung
Erst seit er „am Stock ging“, geht der Professor emeritus mit Stöcken. Mit langem Schritt, so dass dem 74-Jährigen erheblich jüngere gut Trainierte kaum folgen können. Am Stock ging er nach einer Bandscheiben-OP. Zum voraus gehenden Schaden trug wohl sein Beruf bei. Als Chirurg, er studierte an der Jenaer Uni, stand er täglich stundenlang in angespannter Haltung am Operationstisch. Spezialisiert auf den für Patient und Operateur gleichermaßen riskant sensiblen Bereich der Bauchspeicheldrüse. Physisch und psychisch extrem gefordert. Seit 1981 Chefarzt der Chirurgie im Geraer Klinikum, wirkte er ehrenamtlich im beruflichen Umfeld in Vorständen der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgie und in Gremien der Ärztekammer. Bis zum Ruhestand 2002. Die Entspannung bekam ihm offenbar nicht siehe Bandscheibenschaden. Sport betrieb er bis dahin nur sporadisch. Ein bisschen wandern, radeln, surfen. Mit der „Reha“ begann er, sich systematisch seinen Muskeln zu widmen, u. a. mit „Nordic Walking“.
Einmal Ehrenamtler – immer Ehrenamtler, übernahm er diese Abteilung beim SV Tautenhain. 2005 initiierte er den ersten Nordic-Walking-Tag und organisierte ihn seither mit ein paar aktiven Mitstreitern und Erfolg. 2007/08 folgte die „Initiative Freiluftkegelbahn“ im Garten der „Kanone“ und die Gründung einer Seniorenkegelgruppe. Als Mitglied des Begleitausschusses des Projektes „Lokaler Aktionsplan Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ angeregt, entstand eine Kindergartengruppe im Bereich Wintersport, vielleicht die Wiedererweckung Tautenhainer Wintersporttraditionen und begleitete sie zur Schihalle in Oberhof und zur Winterfreizeit nach Tschechien. Im vergangenen Jahr begannen die Aktivitäten zum Ausbau des Sportplatzes. Gebrauchte Container für Büro und Unterkunft wurden angeschafft und hergerichtet, eine Weitsprunggrube entstand und jüngst eine Skatingbahn. Eine Kinderfußballtruppe existiert auch bereits.
So nebenbei bestieg Harald Schramm mal den Kilimandscharo, den Elbrus, den Heiligen Berg Ararat und in Nepal den Kala Pattar am Everest Ba- sislager. Als Ausdauertest bewältigte er bisher viermal eine 24-Stunden-Walking-Tour rund um Ilmenau. Extrem. Aber ohne eine Portion Ehrgeiz kommt im Leben keine Leistung zustande, im Sport wie im Ehrenamt.
Sein Rezept für jedermann: Bewegung!