Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 9. Jahrgang · Ausgabe 5/2012 · 2. Mai 2012
Nichtamtlicher Teil
Unternehmerin in Verantwortung
Mit VACOM nicht unter Druck – Dr. Ute Bergner
Das bezieht sich auf die momentane und vermutlich künftige wirtschaftliche Situation der Jenaer VACOM Group, einem führenden europäischen Anbieter für Vakuumtechnik. Hochtechnologie ist ohne Vakuumtechnik heute in kaum einer Branche mehr denkbar. So gesehen „drückt“ die innovative Entwicklung beispielsweise in der Halbleiterindustrie, in der Solar-, LEDund Nanotechnik, in der Optik, in der Medizin und bei der Herstellung hochreiner Metalle, mit Blick auf die keineswegs schlafenden Wettbewerber, auch bei VACOM auf kontinuierliche Innovation. Das bedrückt Dr. Ute Bergner (im Bild) keineswegs.
Die exzellenten fachlichen Voraussetzungen dazu ergaben sich nicht von selbst: Physikstudium an der FSU Jena, anschließend dort auf dem Gebiet optischer Schichten geforscht und promoviert. Mit der Wende boten sich für ihren Unternehmensgeist ungeahnte Chancen. 1992 hatte sie „Geld und Papier“ für die Gründung der eigenen VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH zusammen. Mit einer Sekretärin und einem Azubi. Ihren ersten Fertigungsbetrieb gründete sie 2000 in Sussex (GB), bereits mit 10 „Beschäftigten“. 2001 verlegte sie die Fertigung nach Jena, 2007 nach Großlöbichau im SHK. „Ich erwarte von meinen Mitarbeitern, mitzudenken und verantwortungsbewusst mit zu arbeiten. Begründungen, warum etwas nicht geht, mag ich überhaupt nicht. Lösungen wie dagegen sehr.“ Seit dem vergangenen Herbst arbeiten die inzwischen 160 Mitdenker und Mitarbeiter, Durchschnittsalter 32 Jahre, in einer neuen, hochmodernen Fertigungsstätte in Großlöbichau. VACOM stellt 16 000 verschiedene Bauteile und Geräte für Vakuumtechnik-Anwender in 40 Ländern her. Der Umsatz bewegt sich im zweistelligen Millionen-Bereich. „Indem wir herstellen, was gebraucht wird und dem neuesten Stand der Technik entspricht, uns auf echte Wertschöpfung konzentrieren, sorgen wir mit für Arbeit und ‚blühende Landschaft‘ in unserer Region. Stemmen uns gegen Krisen. Zu diesem Zweck kooperieren wir mit Industrieunternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen im Inund Ausland, befördern die technisch-wissenschaftliche Qualifizierung im Hause und bilden über 30 Lehrlinge aus.“ Seit 1996 unterstützt VACOM die Mathematikolympiade, seit vielen Jahren die Uni und die FH Jena. Die repräsentativen Räume im Neubau schmücken Werke regionaler KünstlerInnen.
Zum Tag der offenen Tür gab es keinen freien Parkplatz auf dem VACOM-Gelände. Hunderte junge Leute und Eltern mit potentiellen Lehrlingen schlenderten und standen beeindruckt in den Hallen zwischen modernen Fertigungseinrichtungen, die junge „Fachleute“ überzeugend vorführten. Vierzehn weiteren bietet VACOM eine Zukunft.