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Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 9. Jahrgang · Ausgabe 9/2012 · 19. September 2012 

Nichtamtlicher Teil

Unternehmen in Verantwortung – Hochtechnologie-Laserzentrum Schorcht

(Foto: W. Schaffer)

Der Physiker Peter Schorcht studierte an der Uni Jena. Er gründete sein Unternehmen im Eisenberger Gewerbepark „Am Petersberg“ 1995. Aus dem Nichts heraus – wie er sagt. Was nicht stimmt. Er brachte mit seinen Erfahrungen an der Uni, bei Meditec in Jena und bei Biehler in Halblech/ Füssen das geistige Kapital, sein Schwager Jörg Zipprich als Techniker und Werkzeugspezialist seine Kompetenz ein. Zwei Bekannte, die darauf bauten, steuerten fehlendes Geld dazu bei. Sie setzten auf die „Marktnische“ Laserbearbeitung. „Mit zurzeit 20 Mitarbeitern gehören wir zu den größeren auf das Schweißen, Schneiden, Bohren und Gravieren von Metallen spezialisierten LaserDienstleistern, nach 17 Jahren ganz sicher zu den erfahrensten. Allerdings entwickelt sich die Lasertechnik rasant. Es ist existenziell wichtig wenn auch nicht einfach realisierbar über den entsprechenden Stand bei der wissenschaftlichen Erkenntnis und bei der Laserausstattung zu verfügen. Mit unserer Laserausstattung bewegen wir uns an der oberen Grenze des Entwicklungsstandes. Das gestattet uns, an zukunftsweisenden Projekten teilzunehmen und an deren Ergebnissen teilzuhaben. Was wir schon wissen und können steht noch nicht alles im Internet.“

Das EU-Projekt COPIRIDE beispielsweise, befasst sich mit dem Schweißen dicht gepackter Stapel sehr dünner, mikrostrukturierter und beschichteter Metallfolien mittels Faserlaser für Katalysatoren und Wärmetauscher, beispielsweise für Energieumwandlungssysteme, die aus Propan über Katalysator und Brennstoffzelle elektrische Energie erzeugen, u.a. für mobile Verkehrsleiteinrichtungen. Ein anderes Projekt mit der TU Chemnitz betrifft Online-Qualitätsprüfverfahren für das Laserschweißen. Im Internetportal des Laserzentrums steht das „Normale“: 122 500 Löcher von 0,02 mm im Abstand von 0,1 mm in ein 35 mal 35 mm großes Blech von 0,15 mm Dicke bohren.

„AgniLaser“ nannte Peter Schorcht, einst passionierter Hochgebirgstrekker mit Himalaya-Erfahrung, sein 2008 gegründetes Tochterunternehmen zur Herstellung lasertechnischer Ausrüstungen, das seine Frau Heike führt. „Agni“, der vedische Gott, verbindet Menschen und Götter durch das Feuer, das alles Alte verbrennt und so den Boden für Neues bereitet. Gleich dem Laserstrahl, der zerstört, um z. B. im Laserzentrum Schorcht zielgerichtet Neues entstehen zu lassen.

Zielgerichtet auch im Interesse der Existenz des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Dafür, die zu erhalten, auch in Krisenzeiten, sehen sich Heike und Peter Schorcht in der Verantwortung. Dass der Bund für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, ein wirtschaftspolitisches Netzwerk zum Gedankenund Informationsaustausch, Peter Schorcht jüngst zum Senator berief, kann dabei nur hilfreich sein.

Hoch in die geliebten „schneebedeckten Göttersitze“ geht es allerdings nicht mehr. Derlei Strapazen tun seinen „Zwischenlagen“ nicht gut. Nach wie vor kann sich aber der Eisenberger Tierpark über einen treuen Förderer freuen.