Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 9. Jahrgang · Ausgabe 8/2012 · 1. August 2012
Nichtamtlicher Teil
Miteinander füreinander – Adelheid Bäger
Thüringens Sozialministerin überreichte Adelheid Bäger die Thüringer Rose auf der Wartburg. (Foto: privat)
Die 1235 heiliggesprochene Elisabeth, ungarische Prinzessin und Gemahlin des thüringischen Landgrafen Ludwig IV., gilt als Inbegriff der Warmherzigkeit und Nächstenliebe. Poetisch überliefert in der Rosenlegende. Mit der symbolischen Thüringer Rose ehrt der Freistaat Bürgerinnen und Bürger, die sich selbstlos in vorbildlicher Weise um Mitbürgerinnen und Mitbürger bemühen, die der Zuwendung oder der aktiven Hilfe bedürfen. Auf der Wartburg, dem Tatort der Rosenlegende, würdigte am 19. November, dem Tag der Hl. Elisabeth, Thüringens Sozialministerin Heike Taubert die Eisenbergerin Adelheid Bäger für ihr langjähriges, erfolgreiches soziales Engagement. Für ihr Lebenswerk. Ihr bisheriges, denn „es ist noch lang noch nicht Schluss“.
Adelheid Bäger mangelt es nicht an Beschäftigung. Als Steuerberaterin konzentriert sie sich auf die Beratung bei Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen. Auch schon eine Form der sozialen Hilfestellung für andere im Dickicht der Regelungen in der Realwirtschaft.
Im eigenen Leben ging das Schicksal ebenfalls nicht zimperlich mit ihr und ihrer Familie um. Doch immer wieder mobilisieren gerade Menschen, die selbst viel Energie im „Kampf ums Dasein“ brauchen, Energiereserven für andere Betroffene und finden Zeit, sie zu unterstützen. „Menschen engagieren sich für etwas, wozu sie einen inneren Bezug haben. In mir entstand aus dem Beistand, den ich selbst in schwierigen Lebenssituationen erfuhr, das Bedürfnis, Bedürftigen beizustehen, etwas ‚zurück zu geben‘. Dabei musste ich lernen, das zu tun, ohne mich aufzudrängen. Gerade Hilfebedürftige sind da manchmal empfindlich. Hilfsbedürftigkeit nagt am Selbstbewusstsein. Beruf und Berufung zu vereinen, erfordert gutes Zeitmanagement. Trotzdem allein würde ich all das, was ich gern möchte, nie verwirklichen können. Da ist es eine wunderbare Erfahrung, sich bei allen Projekten auf engagierte Mitstreiter stützen zu können.“
Adelheid Bäger ist Mitbegründerin, jetzt Vorsitzende des „Wendepunkt“ e.V., der sich um suchtgefährdete Jugendliche kümmert, wirkt im „Alternative“ e.V. bei der Förderung von Bildung, Erziehung und Gesundheitspflege für benachteiligte Menschen, gehört dem Vorstand der Stiftung „Wendepunkt Alternative“ an und ist in der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke wie im Lions Club samariterisch aktiv.
2005 gründete sie, mit Blick auf die soziale und gesundheitsfördernde Komponente der künstlerischen Betätigung und mit eigenen künstlerischen Ambitionen, den Eisenberger Kunstverein, der sich u. a. in einer eigenen kleinen Galerie und mit der schon traditionellen Veranstaltung „Kunst im Rosengarten“ in Eisenberg öffentlich präsentiert. Besonders am Herzen liegt ihr das von der Stiftung „Wendepunkt Alternative“ begleitete Stiftungsprojekt „Mehrgenerationenhaus“, mit vier Wohnungen für Ältere, davon eine für sich selbst, und zwei für junge Mütter mit Betreuungsbedarf, für das sie ihr Haus am Steinweg stiftete. Das schlüssige Konzept erhielt im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Wohnen für (Mehr)-Generationen“ eine Förderung von 100 000 EUR zugesprochen. Ein mutiges, zukunftweisendes Vorhaben, das haargenau in das Eisenberger Innenstadtkonzept „Genial – zentral“ passt.
Viel Erfolg dazu – Adelheid Bäger!