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Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 8. Jahrgang · Ausgabe 12/2011 · 21. Dezember 2011 

Nichtamtlicher Teil

STÄRKEN vor Ort aufgezeigt

Wie können junge Menschen gezielt unterstützt werden, die schlechtere Startchancen bei der schulischen und beruflichen Integration haben? Was kann helfen, um besonders Frauen den Wiedereinstieg in das Erwerbsleben zu erleichtern? Wodurch kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für junge Familien verbessert werden?

Mit diesen Fragen wurde Anfang 2009 das Programm „STÄRKEN vor Ort“ im Landkreis unter der Federfederführung des Jugendamtes gestartet. In drei Jahren führte man 43 Projekte durch, die von 17 Projektträgern eingebracht wurden. Mit Ende des Jahres läuft dieses Programm nun aus. Eine Netzwerkkonferenz aller Partner bildete am 8. Dezember den gemeinsamen Abschluss. In dieser Konferenz wurde ein Fazit zur Arbeit im Programm gezogen und noch einmal resümiert, was wichtige Erträge sind und was aufgrund der Erfahrungen und erprobten Ansätze auch in Zukunft beachtenswert für den SHK wäre.

Schon jetzt kann festgehalten werden, dass die Projektarbeit vielfältige „STÄRKEN vor Ort“ aufzeigen konnte:

Die Spannbreite der Aktivitäten reichte beispielsweise von der Arbeit mit Jugendlichen im interkulturellen Garten in Stadtroda bis zu Angeboten zur Betätigung im Ehrenamt, etwa durch Mitarbeit in der Seniorenbetreuung oder in Besuchsdiensten des Kirchenkreises. Praxisorientiert wurden Frauen aller Altersgruppen, besonders Langzeitarbeitslose, im gesamten SHK einbezogen und fortgebildet. Angebote umfassten „Elterncafe“ oder Elterngruppen (z.B. in Camburg) ebenso wie gemeinwesenorientierte Mitarbeit, etwa zur Lokalgeschichte in Eisenberg oder Hermsdorf. Zu den erbrachten Ergebnissen zählt, dass rund 70 Personen aus den Projekten heraus in Beschäftigung oder Ausbildung vermittelt wurden, dass Auszubildende erfolgreich betreut wurden und ihren Abschluss gemeistert haben. Und zu den Resultaten zählt u.a. auch die neue Holz-Skulptur in Schleifreisen, die von Jugendlichen als Praxisprojekt erstellt wurde.

STÄRKEN vor Ort wird aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (ESF) durch das Ministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend gefördert. Insgesamt konnten durch diese Unterstützung der Europäischen Union von 2009 bis 2011 im Landkreis 450.000 EUR für Projektarbeiten eingesetzt werden. Ähnlich wie im laufenden Lokalen Aktionsplan (LAP) „Vielfalt tut gut“ war es ein Kennzeichen von STÄRKEN vor Ort, auf kleine lokale Initiativen, Organisationen und viel zivilgesellschaftliches Engagement zu setzen, um Unterstützung für die Zielgruppen dort zu leisten, wo sie leben.

Wesentlich für die Abwicklung des Programms war die Arbeit des Begleitausschusses, die sehr zuverlässig, konstruktiv und gehaltvoll von den 12 ehrenamtlichen Mitgliedern aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen des Kreises über drei Jahre geleistet wurde.

Landrat Andreas Heller möchte deshalb den Mitgliedern des Begleitausschusses sowie allen Aktiven einen besonderen Dank übermitteln.

In der Endphase des Programms steht nun die Frage im Mittelpunkt: Welche Impulse sind möglich, um die beschäftigungsrelevanten Rahmenbedingungen im SHK weiter zu optimieren und das Engagement im Gemeinwesen zu fördern?