Amtsblatt des Saale-Holzland-Kreises · 8. Jahrgang · Ausgabe 11/2011 · 30. November 2011
Nichtamtlicher Teil
Unternehmer in Verantwortung
Die SCHMEISSNER GmbH in Hermsdorf
Schaden macht klug, doch Kluge handeln vor dem Schaden. Geht es dabei um Einbruch in Gebäude und um Ausbruch von Gas oder Feuer, steht dafür die Sicherheitstechnik des Unternehmens von Uwe Schmeißner zur Verfügung.
Als es 1992 um die Existenz der Familie ging, sprang sein Vater, Dipl.-Ing. Dieter Schmeißner ins kalte Wasser der Selbständigkeit. Da ein kreditwürdiger Partner aus dem Westen fehlte, als Handwerksbetrieb. Mit der sicherheitstechnischen Materie durch seine vorherige Tätigkeit in den KWH vertraut, plante, entwickelte, baute und betreute er schwachstromtechnische, vorwiegend sicherheitstechnische Anlagen. Gemeinsam mit Frau Isolde und zwei exzellenten Fachleuten aus dem früheren Kollegenkreis. Finanziert vom Ersparten. Zuerst in Mieträumen in Münchenbernsdorf, dann in einem frei gewordenen Gebäude der Telecom auf dem KWH-Gelände, fair gefördert durch die AGO. „Anfangs mussten wir das Material wegen Mindermengen teurer bezahlen und die Produkte wegen der Einführungskosten beim Kunden billiger verkaufen als die Wettbewerber. Wir nahmen einen bescheidenen Lebensunterhalt in Kauf und so diese Hürden“, erinnert sich Dieter Schmeißner. „Jetzt kurz vor unserem 20-jährigen Firmenjubiläum verfügen wir über Referenzen aus aller Welt und sind auf Fachmessen gesuchte Partner. Vor allem was die Sicherung von Kunstschätzen anbelangt, setzen wir Maßstäbe bei optischen, akustischen, berührungsund erschütterungssensitiven Einrichtungen. Für Museen, Kirchen, Galerien und private Sammlungen. So locker wie in Krimis kann die niemand überlisten. Unsere Bilder-, Vitrinen-, Raum- und andere Sicherungssysteme überwachen kostbarste Kunstschätze im Dresdener Grünen Gewölbe, in der Münchener Alten Pinakothek und der Dubliner Nationalgalerie genauso wie in der St. Petersburger Eremitage, der Kreml-Schatzkammer in Moskau und mehreren Wiener Museen. Zuverlässig und fast unsichtbar“, sieht Sohn Uwe die aktuelle Situation. Ex-Landrat Jürgen Mascher verfolgt die Entwicklung der Firma vom Anfang an und überzeugte sich mit seinem Nachfolger Andreas Heller vor Ort vom heutigen Stand: 18 Mitarbeiter, knapp 2 Mio EUR Umsatz, eigene Produktentwicklung, Lehrlingsausbildung. Landrat Heller: „Ein Beispiel für Eigenständigkeit und dafür, dass bei uns nicht nur verlängerte Werkbänke existieren. Ein Unternehmen, sozial allein durch die Schaffung anständig bezahlter Arbeitsplätze und deren Erhalt, trotz des ständigen Ringens um die ‚schwarze Null‘. Darüber hinaus vielfältig engagiert in Vereinen und Schülerprojekten.“ Am meisten freut ihn die Nachfolge durch die „Junioren“ Uwe und Frank, sowie das Bekenntnis zur Region durch die jüngste Erweiterung des Unternehmens am Standort Hermsdorf. Auch Bürgermeister Gerd Pillau weiß das zu schätzen. „Lieber weniger Gewerbesteuer und mehr Arbeitsplätze, mehr Kaufkraft und Pro-KopfZuweisungen.“ Uwe Schmeißner: „Wir dürfen nicht auf dem derzeitigen Stand verharren und müssen in Forschung und Entwicklung investieren, sonst können wir den Laden zumachen. Erfreulich, dass wir nicht vorrangig auf Fördermittel angewiesen sind. Im Bedarfsfall gab es aber bisher kein Problem.“ Allerdings agiert der Freistaat in punkto Förderung oft hinhaltend. Das verunsichert Unternehmer. Manche investierten deshalb schon außerhalb. Sie möchten ein klares Ja oder Nein, kein „vielleicht demnächst“.